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surver:net
surver:net im Bunker auf St. Pauli

Auszug aus der Kundenliste:

Art Directors Club - Atlantic Film - Bertelsmann AG - Blue Planet - Bremer Mineralölverband - C. Melchers Consulting - Che! Music - Deutsche Post Gewerkschaft - Earlybird - Economia - EMI - Evosonic Radio - Fork unstable Media - Galerie 13 - Groove City - Heinrich Bauer Verlag - Hilti - Hommel + Keller - I-D Gruppe - Imperial Tobacco - IQ Marketing - Jazz Thing - Kabel New Media - KNSK,BBDO - Lava Gesellschaft für digitale Medien - Meiré & Meiré - Microsoft - mov.a.bit - Musikkomm - NDR - Paul P. Monk - Phillips - Public Propaganda - Radio Hamburg - Smart - Softline - Spiegel - Spray Interactive Media AG - Staples - Stern - Thyssen Telecom - Thyssen Telecom - TV Movie online - US Robotics - VISIONS Verlag - WEA - Werk 4 - Yo Mama - ZDF

Pioniertaten


1995 gründete Gero Pflaum mit Partnern die surver:internetwork oHG, aus der später die surver:net GmbH wurde.

Sehr früh positionierte sich die Firma durch rein internetorientierte Dienstleistungen. Erste Arbeiten waren einerseits für kulturelle Einrichtungen wie Galerien, Umweltstiftungen oder Modedesigner sowie andererseits im Auftrag von Werbeagenturen und anderen entstehenden Multimedia-Agenturen für "große Kunden".

Die Hauptbetätigungsfelder der ersten Jahre waren die Erstellung von Websites sowie das Herausgebens eines der ersten großen Musikportale im Internet: subaudio.

Beide Bereiche trafen sich schließlich bei der Live-Übertragung von Veranstaltungen ins Internet. Dieses Segment sollte eine Spezialität im Hauser surver werden.

surver:net entwickelte sich zum Experten für die Erstellung hochdynamischer und unterhaltsamer Internetpräsentationen auf Basis von klarem Layout und intelligenten Redaktionssystemen, die Tagesaktualität gewährleisten.

2003 stellte die surver:net GmbH den Betrieb ein, und Gero Pflaum setzte den erfolgreichen Weg mit der Firma Pflaum vor.





Wer es etwas genauer wissen will - schließlich war es eine lange, besondere und prägende Zeit:

surver startete plötzlich. Im Nachhinein betrachtet macht es ein wenig den Eindruck, als sei da ein abendlicher Gedankenflug zu großen Ideen tatsächlich mal am nächsten Tag weiterverfolgt und dann in die Tat umgesetzt worden.

Dank des immensen Engagements der beteiligten Leute, der durch sie versammelten Fähigkeiten, der euphorisierenden Ausstrahlung des neuen Mediums und eines gutes alten Bankkredites entstand eine erfolgreiche Agentur.

Es wurde rasch erkannt, an welchen Stellen das Internet Bedarf haben wird, und wo man Spaß und Nutzen an einem Medium haben kann, das Dinge anbietet, die vorher nicht machbar waren. Ein wirklich toller Effekt dieser frühen Zeit des Internets war, dass man sich eigentlich alles vorstellen konnte. Es war ja schließlich noch nichts erprobt und bewiesen. Auch dadurch bedingt war mancherorts erst mal alles möglich.

Wer diesen Gedankengängen allerdings in den Jahren 2000/2001 noch zu sehr nachhing, war dann weg. surver:net blieb. Realistisch finanziert, nur langsam wachsend und nicht mit dem Anspruch versehen, alles anbieten zu wollen, etablierte sich das Unternehmen als quer denkender Spezialist.

Es wurden sehr komplexe Websites, meist zu Marketing- oder Verlags-Zwecken realisiert, anfangs noch gänzlich undynamisch: Seite für Seite von Hand. Später dann vollständig aus Datenbanken und Content Management Systemen generiert.

Daneben wurde der Bereich "Netbroadcasting" ausgebaut - die Übertragung von Veranstaltungen wie Bilanzpressekonferenzen oder Konzerten. Live in Bild und Ton mit mehreren Kameras, Simultanübersetzung und verschiedenen Videoformaten. Diese gehörten zu den ersten Live-Übertragungen im Internet.

surver:net beschäftigte in der Hochphase der eigenen Historie 21 Personen, bekam ein paar Auszeichnungen, wobei die bedeutenste wohl "Cool Site of the Day" war - eine Ikone des Internets, die nur äußerst selten nach Europa rüberschaute.

Die Kunden und Aufträge wurden also größer und es klopften immer mehr Unternehmen an die Tür, die auf Einkaufstour waren. Zeitgemäßen auf Dotcom-Parties geäußerten Anfragen wie "Haben wir euch eigentlich schon ein Kaufangebot gemacht?" folgte ein "Also unter 51% macht für uns gaaaar keinen Sinn!". Sie alle wollten durch Beteiligungen die Zukunftsfähigkeit sichern und durch Zukauf ihren vermeindlichen Wert steigern, denn natürlich war man gerade an die Börse gegangen oder stand kurz davor.

Die Firma wurde jedoch weiterhin von den Gesellschaftern Gero Pflaum, Henner Henkel und Chris Scharmach geführt und blieb zu 100% in deren Besitz. Und das war auch gut so. Denn aus der inneren Sicht eines Unternehmens sind es die Erfahrungen, Individualqualitäten und die Abläufe, die ein gutes Produkt und eine gute Dienstleistung ausmachen, und somit den Unternehmenswert darstellen. Und daher überlebte surver:net viele andere aus der dotcom-Zeit.

Das Ende von surver:net kam erheblich später, war ziemlich doof und lag am Totalausfall eines Kundens, der sehr viel Geld schuldete. Es folgte der Insolvenzantrag und eine zügige Schließung des Betriebes.

Hier endet diese Geschichte und wird in der Gegenwart weiter geschrieben.

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